Künstliche Intelligenz begegnet uns in immer mehr Bereichen unseres Lebens. Manchmal ist es gar nicht so einfach, zu erkennen, was echt ist und was nicht. An der Stelle kommen KI-Erkennungstools ins Spiel – sie können dir helfen, Täuschungen zu entlarven.
KI im Alltag und sozialen Medien
Desinformation lauert im Netz mittlerweile an jeder Ecke – was kannst du überhaupt noch glauben?
Die Informationsflut im Internet macht es nur noch schwieriger: Unmengen an Neuigkeiten jeden Tag machen uns anfällig dafür, auf gefälschte Informationen hereinzufallen. Es ist ja auch kaum möglich, alles zu überprüfen, an dem du beiläufig vorbeiscrollst.
Der Fortschritt ist immens: während vor einiger Zeit noch gut erkenntlich war, welche Medien KI generiert sind und welche nicht, wird es mit jedem Tag schwieriger.
Heute ist häufig kaum noch auf dem ersten Blick identifizierbar, ob Fotos oder Texte von Menschen oder von KI kreiert wurden. Auch die Werbefalle wird immer größer: Werbung für Fake-Shops wird realistischer.
Faktenprüfung wird immer mehr zur Herausforderung – wie kannst du erkennen, was echt ist und was nicht? KI-Erkennungstools, wie TruthScan, können dir helfen, KI generierten Content zu entlarven.

Wie genau funktioniert TruthScan?
TruthScan ist ein Tool für die Erkennung von KI-Inhalten. Es bietet dir sechs Funktionen, mit denen du verschiedene KI generierte Medienarten erkennen kannst:
- KI-Text-Detektor: Identifikation von KI generierten Texten in Dokumenten, E-Mails und Kommunikation
- KI-Bild-Detektor: Identifikation von KI generierten oder manipulierten Bildern
- Echtzeit-KI-Detektor: Live-Erkennung auf allen Plattformen
- E-Mail-Betrugs-Detektor: Schutz vor KI gestütztem Phishing und Business-E-Mail-Kompromittierung
- Deepfake-Detektor: Identifikation von Deepfake-Videos und manipulierten Medien
- KI-Stimmen-Detektor: Erkennung von synthetischen Stimmen und Audio-Deepfakes
Du kannst die zu prüfenden Medien in dem entsprechenden Tool hochladen und erhältst dann dein Ergebnis – die Anwendung ist sehr simpel. Aber funktioniert sie auch?
Erfahrung und Selbsttest
Wir haben drei der Tools von TruthScan getestet, um die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu prüfen.
TruthScan KI-Textdetektor im Test
Zuerst haben wir das KI-Erkennungstool für Texte genutzt. Du musst hier nur deinen Text in den dafür vorgesehenen Bereich einfügen und dich zwischen der Schnell- oder der Tiefenanalyse entscheiden.

Die Schnellanalyse zeigt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Text mit KI generiert wurde. Bei unserem Text gibt das Tool eine Wahrscheinlichkeit von 91% an und wird damit als KI generiert eingestuft.

Die Tiefenanalyse betrachtet hingegen nicht nur den ganzen Textblock, sondern prüft einzelne Sätze und Wörter.
Es wird im Text farblich markiert, wie hoch die KI-Wahrscheinlichkeit in den einzelnen Bestandteilen ist: Bei einer Wahrscheinlichkeit von über 40% bekommen die Wörter eine gelbe Markierung, bei über 60% eine orangefarbene Markierung und bei über 80% eine rote Markierung.
Unser KI-generierter Text wurde vollständig rot markiert und hat eine insgesamte KI-Wahrscheinlichkeit von 90% bekommen.

Ein weiterer Bestandteil der Analyse ist die Begründung und die Schlüsselfaktoren, an denen das KI-Erkennungstool seine Entscheidung festgemacht hat.
In dem Fall von unserem KI-Text erkennt TruthScan einen überkomplexen, sich wiederholenden Satzbau und eine zu formelle, hochgestochene Ausdrucksweise. Das Tool nennt diese Merkmale als typisch für KI-generierte Texte.

Das KI-Erkennungstool gibt außerdem Tipps, wie der Score gesenkt werden kann, also, wie der Text eine geringere Wahrscheinlichkeit bekommen könnte, KI-generiert zu sein.
In unserem Fall sollte die Satzstruktur vielfältiger werden, eine präzisere Ausdrucksweise gewählt werden und der Schreibstil mehr ‚Menschlichkeit‘ und ‚Persönlichkeit‘ bekommen.
Allerdings: TruthScan klassifiziert auch echte Texte als KI-generiert! Wir haben das Ganze mit einem unserer Artikel getestet.

Die oberflächliche Analyse zeigt bereits an, dass der Text mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% KI-generiert ist. Er bekommt die Einstufung „Wahrscheinlich KI“.

Auch bei der tiefergehenden Analyse werden viele Stellen rot markiert – also mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit als KI erkannt. Der gesamte Text bekommt bei der Tiefenanalyse immer noch eine Wahrscheinlichkeit von 68% KI-generiert zu sein.

TruthScan begründet die Klassifizierung damit, dass der Text einige Schlüsselelemente von KI generierten Texten aufweise, wie einen übermäßig strukturierten und formalen Schreibstil oder der Gebrauch des Imperativs.

Es werden außerdem wieder Vorschläge gegeben, wie der Text einen geringeren KI-Score erhalten würde.
Bei der Texterkennung scheint TruthScan noch nicht richtig zuverlässig zu sein: KI-generierte Texte werden zwar als solche erkannt, allerdings werden auch „echte“, von Menschen geschriebene Texte als KI generiert klassifiziert.
TruthScan KI-Bilddetektor im Test

Als nächstes haben wir das KI-Erkennungstool für Bilder ausprobiert. Dafür haben wir ein KI generiertes Bild einer Robbe hochgeladen – und TruthScan konnte uns hier richtig offenbaren, dass es sich um ein gefälschtes Bild handelt.

TruthScan bietet hier die Funktion einer „Heatmap“, auf der markiert wird, an welchen Stellen im Bild KI erkannt wird. Die rot gefärbten Stellen sind dabei besonders verdächtig.
Das Bilderkennungstool liefert auch Aufschlüsselungen, aus welchen Gründen es sich um ein KI-generiertes Bild handelt.

Es nennt als Gründe beispielsweise die übermäßig perfekte Symmetrie in der Musterung der Robbe und die inkonsistenten Schatten. Die Farben und das Licht im Bild seien unnatürlich.
Wir haben das Ganze natürlich auch mit echten Fotos und Bildern getestet – diese wurden alle richtig erkannt. Das Bilderkennungstool scheint damit deutlich verlässlicher zu sein, als die Textanalyse.
TruthScan KI-Videodetektor im Test
Zuletzt haben wir auch das Erkennungstool für Videos getestet. Dafür haben wir ein Video von unserer Robbe erstellen lassen.

Das Video wurde von TruthScan mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit als KI-generiert eingestuft – also richtig als gefälscht erkannt.

Für diese Einordnung hat TruthScan sowohl Bild, als auch Ton des Videos analysiert. Das Video hat eine KI-Wahrscheinlichkeit von 99% erhalten, das Audio eine Wahrscheinlichkeit von 81%.

Die Audiospur wurde zusätzlich noch in einzelnen Abschnitten des Videos näher betrachtet: In dem ersten Teil des Videos lag die KI-Wahrscheinlichkeit noch bei 62%, im zweiten Teil schon bei 99%.
Aus den beiden Werten ergab sich der durchschnittliche Wert von 81%.
Fazit
KI-Erkennungstools werden immer relevanter in Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, zu erkennen, was wirklich echt ist. TruthScan kann da eine gute Möglichkeit sein, Täuschungen zu entlarven – auch, wenn die Funktionen teilweise noch ausbaufähig sind.
Mit stetigen Verbesserungen von künstlicher Intelligenz werden auch neue Möglichkeiten geschaffen, diese weiterhin als solche erkennen zu können.
Vielen Dank für die Bilder an Markus Winkler und Hatice Baran (©pexels.com)!
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