Wer im Internet bestellt, darf sich über mehr Rechte freuen – doch auch die Händler stehen vor massiven Umbrüchen. Von der “Fake-Nachhaltigkeit” bis hin zum smarten Retouren-Killer: Wir zeigen dir, was beim Shoppen wichtig wird.
2026 regelt der Gesetzgeber endlich nach, damit aus dem digitalen Wilden Westen ein fairer Marktplatz wird. Hier sind die wichtigsten Änderungen im Überblick.
1. Der Widerrufsknopf: Schluss mit der Klick-Falle
Bisher war der Kauf mit einem Klick erledigt, aber das Stornieren glich einer Schatzsuche im Impressum. Damit ist jetzt Schluss.
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Die Neuerung: Ähnlich wie der bereits etablierte „Kündigungsbutton“ für Abos wird nun ein Widerrufsknopf für Online-Käufe zur Pflicht.
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Details: Die Shops müssen diesen Button gut sichtbar und permanent zugänglich platzieren. Ein Klick muss genügen, um den Widerrufsprozess einzuleiten. Das soll vor allem Impulskäufe absichern und den Verbraucherschutz auf das nächste Level heben. Wer den Button versteckt, riskiert teure Abmahnungen.
2. Green Claims: Das Ende der „Öko-Lügen“
Bis März 2026 setzt Deutschland die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den grünen Wandel um.
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Die Neuerung: „Umweltfreundlich“, „klimaneutral“ oder „biologisch abbaubar“ – solche Begriffe dürfen nicht mehr wahllos auf Verpackungen gedruckt werden.
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Details: Jede grüne Werbeaussage muss ab sofort durch anerkannte Zertifizierungssysteme oder wissenschaftliche Belege untermauert werden. Allgemeine Floskeln ohne konkreten Nachweis sind verboten. Das Ziel: Transparenz statt Greenwashing.
3. Neues Produkthaftungsrecht: Auch Software kann „kaputt“ sein
Ab Dezember 2026 greift das neue EU-Produkthaftungsrecht, das eine historische Lücke schließt.
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Die Neuerung: Die Haftung wird auf digitale Produkte ausgeweitet.
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Details: Wenn ein fehlerhaftes Software-Update dein Smart Home lahmlegt oder eine KI-Anwendung durch einen Defekt Schäden verursacht, stehen Hersteller und Händler nun stärker in der Pflicht. Auch die Beweislastumkehr wird verbraucherfreundlicher gestaltet, sodass es für dich einfacher wird, Entschädigungen bei technischen Mängeln einzufordern.
4. Verpackungsmüll: Mehrweg wird zum Standard
Im August 2026 endet die Übergangsfrist der neuen EU-Verpackungsverordnung.
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Die Neuerung: Strikte Quoten für Mehrwegsysteme und ein Verbot von unnötigem Leerraum in Versandkartons. Diese Neuerung liegt uns besonders am Herzen, da wir via Entsorgungshinweise.de bereits an eindeutige Trennhinweise appelierten.
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Details: Online-Riesen dürfen keine riesigen Kartons mehr für winzige Produkte verschicken (Stichwort: Luftnummern vermeiden). Zudem müssen im Lebensmittelbereich und beim Take-away verstärkt Mehrweglösungen angeboten werden, um die Müllberge aus Plastik und Pappe endlich zu schrumpfen. Ein Vorreiter war hier bereits die Memo Box im Mehrwegversandsystem.
Trends im Handel: Zwischen Sparzwang und High-Tech
Trotz der neuen Rechte bleibt die Stimmung gemischt. Hier sind die Trends, die dein Einkaufserlebnis dieses Jahr prägen werden:
Konsumklima: Geiz ist wieder geil (aus Not)
Die Inflation der letzten Jahre steckt uns noch in den Knochen und der alte Slogen von Saturn greift wieder um sich. Die Verbraucher agieren extrem preisorientiert. Während wir bei Drogerieartikeln und Gesundheitsprodukten (Self-Care!) sogar etwas mehr ausgeben, bleibt der Gürtel bei Möbeln und Einrichtungsgegenständen eng geschnallt. Wir investieren lieber in uns selbst als in das neue Sofa.
Technologie: KI als persönlicher Stilberater
Die „gefälschte Gucci-Tasche“ wird langsam echt. Händler nutzen Künstliche Intelligenz (KI) und Augmented Reality (AR) jetzt sinnvoll:
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Virtuelle Anprobe: Dank AR-Brillen oder dem Smartphone-Display kannst du Kleidung virtuell „anziehen“. Das sieht mittlerweile täuschend echt aus und sorgt dafür, dass die Retourenquote sinkt – gut für den Händler, gut für die Umwelt.
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Hyper-Personalisierung: Keine nervige Massenwerbung mehr. KI-Algorithmen verstehen nun besser, was du wirklich brauchst, bevor du es selbst weißt.
Fazit: 2026 wird das Jahr der Transparenz. Ob durch den Widerrufsknopf oder das Verbot von Werbelügen – wir Verbraucher haben endlich wieder mehr Kontrolle in der Hand.
Du hast Fragen zu deinen neuen Rechten? Schreib uns in die Kommentare oder check unsere Ratgeber auf Unideal.de!
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