Umschuldung: So senkst du deine BAföG-Schulden!

Umschuldung: So senkst du deine BAföG-Schulden!

Alle Infos auf einen Blick
Umschuldung: So senkst du deine BAföG-Schulden!

Eines Tages ist es leider so weit. Die Rückzahlung des BAföGs steht auf der Agenda und du kommst ins Grübeln. „Was wäre, wenn ich die Summe auf einen Schlag tilgen könnte?“ Je nach Einzelfall sind Einsparungen von 8 bis 50,5 Prozent möglich – ein lukrativer Gedanke. Doch diese Idee wird häufig verworfen, denn kaum ein Absolvent hat nach dem Studium größere Summen zur Verfügung.

Die niedrigen Zinsen bieten dir einen simplen Ausweg. Du kannst einen Ratenkredit aufnehmen, um von der Sofortrückzahlung zu profitieren. Das musst du über die Umschuldung wissen!
 

BAföG Schulden: Wichtige Grundlagen

Wer den Höchstsatz bezieht, kann über 15.000 Euro an BAföG erhalten. Keine Bange vor hohen Schulden, denn es gilt eine Darlehensdeckelung von 10.000 Euro – das ist der maximale Betrag, den du zurückzahlen musst.

Info: Der Staat gewährt dir beste Konditionen: So beginnt die kleinste Mindestrate bereits ab 105 Euro, die sich bei geringen Einkünften sogar stunden lässt. Es handelt sich um ein zinsloses Darlehen, womit dir die Inflation in die Karten spielt. Nur bei Zahlungsrückständen werden Strafzinsen fällig. Zudem hast du bis zu 20 Jahre lang Zeit, um deine Schulden zu begleichen.

Bei all diesen Vorteilen stellt sich die Frage: Ist die Aufnahme eines Umschuldungskredits überhaupt sinnvoll? Bei Schulden in Höhe von 10.000 Euro kannst du mit einem Nachlass von 2.850 Euro rechnen. Die genaue Summe wird dir automatisch vom Bundesverwaltungsamt im Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid mitgeteilt. Ungefähr 4,5 Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer solltest du einen Brief erhalten.

Tipp: Von einer früheren Anfrage ist abzuraten, da das für dich keine Vorteile bringt. Warte bitte den amtlichen Bescheid mit der exakten Summe ab.
 

Umschuldung des Darlehens

Dank der EZB befinden sich die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Daher kannst du bereits heute einen Ratenkredit aufnehmen und das Geld bis zum Bescheid auf dem Konto lagern. Alternativ spekulierst du darauf, dass die Zinsen auch noch in 3 oder 4 Jahren ähnlich niedrig sein werden. Aktuell sieht es gut dafür aus, aber die Zinspolitik kann sich ändern.

Hast du den Bescheid bereits erhalten, ist eine vorzeitige Rückzahlung zu empfehlen. Sogar bei einem Betrag von 1.500 Euro gibt es 10 Prozent Nachlass, das sind 150 Euro. Je höher die Summe, desto eher solltest du einen Ratenkredit in Erwägung ziehen. Mit einer Ausnahme: Liegen deine Schulden bei 16.500 Euro, würden sie sich auf 10.065 Euro reduzieren. Da der Deckel bei 10.000 Euro liegt, solltest du das Geld lieber an den Staat zahlen.

Rechenbeispiele: Bei 16.000 Euro wären es immerhin „nur“ noch 9.840 Euro, was eine Ersparnis von 160 Euro bedeutet. Aber der Bankkredit kostet einen kleinen Zinssatz, weshalb du hier genau kalkulieren solltest. Anders sieht es bei einem Betrag von 11.000 Euro aus, denn die Schulden reduzieren sich auf 7.700 Euro. Du musst lange suchen, um derart schlechte Kreditkonditionen zu finden.

Auf den ersten Blick hört sich ein Ratenkredit absolut unvernünftig an. Man hat ein faires Staatsdarlehen, welches zu deinen Gunsten ausfällt. Doch die aktuelle Zinslage bietet dir die Chance, mehrere tausend Euro zu sparen.
 

Rückzahlung: Versteckte Stolperfallen

Der Deckel von 10.000 Euro wird oftmals überlesen, denn der Rabatt gilt immer für den Gesamtbetrag. Hast du 19.500 Euro an Schulden angehäuft, würden 10.830 Euro übrigbleiben.

Wichtig: Die Darlehensdeckelung liegt bei 10.000 Euro und wird nicht nochmals gesenkt!

Manche rechnen zusätzlich 28,5 Prozent von 10.000 Euro weg, was unter dem Strich 7.150 Euro macht. Diese Rechnung ist leider falsch und gilt nur, wenn deine Gesamtschulden ohne Abzüge bei 10.000 Euro liegen. Es zählt immer nur der ursprüngliche Darlehensbetrag.
 

Tipps bei der Umschuldung

1. Rechne genau durch, wie hoch die Ersparnis ist.
2. Sei realistisch: Kannst du den Kredit nicht bedienen, ist mit hohen Strafzinsen zu rechnen. Der Staat gibt sich kulanter, etwa, wenn du deinen Job verlierst.
3. Lies immer das Kleingedruckte durch. Manche Banken verlangen eine Bereitstellungsgebühr.
4. Musst du das Darlehen erst in 2,5 oder mehr Jahren zurückzahlen, könnte sich ein Forwarddarlehen lohnen – sofern du auf steigende Zinssätze spekulierst.
5. Wird der BAföG-Kredit in einigen Jahren fällig, solltest du stets ein wenig Geld zurücklegen. So fällt der Darlehensbetrag für den Ratenkredit etwas geringer aus.

Fazit: Die Soforttilgung des BAföG-Darlehens kann sich auszahlen. Hierfür sollten die Gesamtschulden nicht höher als 16.000 Euro liegen, da sonst der Deckelbetrag von 10.000 Euro greift. Bei geringen Beträgen von 3.000 Euro oder weniger ist eine Umschuldung ebenfalls zu empfehlen. Denn du kannst die Kosten für das Bankdarlehen mit kürzeren Kreditlaufzeiten senken.

Eine Umschuldung macht nur dann Sinn, wenn du die monatlichen Raten auch bedienen kannst. Verdienst du höchstens 1.145 Euro netto, kannst du die Zahlungen staatlich aussetzen lassen. Bei einem Bankkredit würde sich das deutlich komplizierter gestalten.

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Quellen:
http://www.bafoeg-aktuell.de/bafoeg/rueckzahlung.html (alle Zahlen von dort übernommen)
Bildquelle: Vielen Dank an PublicDomainPictures für das Bild (© PublicDomainPictures / pixabay.com).

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