Ökostrom – Lohnt sich der Wechsel, ist er wirklich günstiger und wann ist Strom ECHT öko?

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  • Ist angebotener Ökostrom auch wirklich echt, d.h. RECS-frei und umweltbewusst erzeugt?
  • Lohnt sich ein Wechsel?
Bewertung:

“Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.” (Hermann Hesse)

Das gestrige Thema Strom sparen konnte ich abends nicht so einfach in die Ecke kehren und deshalb habe ich mich zu Hause hingesetzt und noch ein wenig weiter geklickt, meinen derzeitigen Stromtarif mit mehreren Tarifrechnern (u.a. tarifrechnerstrom.co und dem Unideal.de Tarif-Vergleich) überschlagen und geguckt, ob der Ökostrom, den ich derzeit beziehe, wirklich der Beste ist.

Beim Stöbern bin ich auf die Recherche der Umweltorganisation ROBIN WOOD gestoßen, die im letzten Jahr eine Überprüfung der bundesweit verfügbaren Ökostromanbieter durchgezogen hat. Dabei kam raus, dass nur folgende vier Anbieter in Deutschland echten Ökostrom vertreiben:

  • Elektrizitätswerke Schönau GmbH
  • Greenpeace Energy eG
  • LichtBlick GmbH
  • Naturstrom AG

Zwei Stromanbieter (entega und MANN Strom) werden weiter geprüft, denn die Umweltschützer sind sich sicher, dass die Unternehmen die Kriterien in Zukunft erfüllen können.

Nicht überall wo “öko” drauf steht, ist auch vollkommen öko drin. Viele Anbieter setzen nämlich neben dem angepriesenem Ökostrom noch andere Stromquellen ein und betreiben somit eine Art Strommix.

Ein Beispiel dafür wäre Yello-Strom. Der Anbieter preist seinen Ökostrom zwar selbst als umweltfreundlich, TÜV-geprüft und bestehend aus erneuerbaren Energien an, seit jeher weiß man jedoch, dass der Anbieter ein Unternehmen der EnBW (Energie Baden-Württemberg) ist, und dass die verschiedene Atomkraftwerke in Deutschland betreiben.

In diesem Zusammenhang sind auch die sogenannten RECS-Zertifikate zu beachten, die solchen Anbietern zu einer Umetikettierung und Verschleierung der Stromherkunft verhelfen.

Und das funktioniert so:

Umweltfreundliche Energieerzeuger können sich beim RECS-System registrieren. Ab dem Zeitpunkt der Eintragung wird für jeden erzeugten Strom in mW/h ein RECS-Zertifikat ausgestellt und steht nun dem Stromhandel zur Verfügung.

Stromanbieter wie Yello Strom haben jetzt die Möglichkeit aus ihrem “Schmutzstrom” Ökostrom zu machen, indem sie einfach so viele der RECS-Zertifikate kaufen, wie ihre jeweiligen Kunden “Öko”-Strom verbrauchen. Die RECS-Zertifikat signalisieren also Ökostrom, obwohl es am Ende doch Atom- oder Kohlestrom ist. Somit wird der Strom also in zwei Teile unterteilt:

  • tatsächlich hergestellter Strom
  • virtueller Strom in Form dieser RECS-Zertifikate

Der Clou: Auch die Energieversorger müssen nun ihren tatsächlich hergestellten Strom umetikettieren und zwar die Menge, die verkauft wurde.

Fazit: Immer mehr Menschen entscheiden sich für Ökostrom, denn im Durchschnitt scheint dieser eh preiswerter zu sein als die Tarife der Grundversorger. Damit ihr jedoch ebenso den größten Nutzen für die Umwelt erzielt, solltet ihr euch ausführlich informieren, denn nur echte Ökopreise sind ehrliche Preise!

Eine Antwort zu “Ökostrom – Lohnt sich der Wechsel, ist er wirklich günstiger und wann ist Strom ECHT öko?”

  1. Trillian sagt:

    Lohnt sich für die Umwelt auf jeden Fall. Bei einer neuen Couch fragt auch keiner, wann die sich amortisiert hat. Auf Zertifikate achten! Das ist wichtig aber Lichtblick & Naturstrom sind sicher. Die anderen ich mir noch nicht angeschaut. Bin bei Naturstrom, weil die Neuanlagen bauen : ), man fördert mit Naturstrom den Bau.

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