Google Play Store: eBooks ab sofort auch in Deutschland verfügbar
- 4 Millionen Titel, aber kaum Bestseller
- Identische Preise mit Apple & Amazon
- ePub & PDF, Google App für Smartphones & Tablets
- Nutzungsbedingungen fragwürdig
- Bewertung:
Nachdem bislang Amazon und Apple im deutschen eBook-Markt zu den führenden und treibenden Anbietern gehören, gesellt sich seit heute (14. Juni) ein weiterer Big-Player hinzu. Google vertreibt ab sofort digitale Bücher über seinen Google Play Store und bietet in vielerlei Hinsicht ähnliche Konditionen wie Apple und Amazon.
Auswahl (-)
Google bewirbt auf seiner eigenen Seite die Auswahl von über 4 Millionen Titeln und deklariert sein Angebot als die größte weltweite Auswahl an eBooks. Die Zahlen mögen an dieser Stelle durchaus stimmen. Was allerdings nicht direkt herauszulesen ist, sind die Einschränkungen hinsichtlich populärer Titel. Die Redakteure des Spiegels durchsuchten das Angebot nach den aktuellen Bestseller Titeln aus den 2 Bereichen Belletristik und Sachbücher. Die Bilanz ist gerade im Vergleich zur Konkurrenz hierbei eher ernüchternd: Lediglich 6 der 20 Bücher sind als eBooks bei Google vertreten, während Amazon mit 15 und Apple sogar mit 18 Titeln auftrumpfen kann.
Preise (+/-)
Hinsichtlich der Buchpreise sind auch bei Google keine sonderlichen Überraschungen zu erwarten. Da in Deutschland nach wie vor die Buchpreisbindung gilt, unterscheiden sich die Preise deutscher eBooks unter den Anbietern überhaupt nicht. Sucht ihr beispielsweise nach dem Erfolgsroman “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” findet ihr bei Amazon, Apple und Google den identischen Preis von 11,99 €. Ebenso unverändert ist die kostenlose Verfügbarkeit älterer Bücher, die aufgrund ihres über 70-jährigen Alters nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind und damit kostenfrei zur Verfügung stehen.
Formate (+)
Googles eBooks sind im Großteil der Fälle in zwei Formaten erhältlich. Beim Download könnt ihr zwischen ePub und PDF wählen. Wollt ihr die Dateien auf euren eReader übertragen, so muss dieser mit jenen Dateiformaten vertraut sein und Adobes Kopierschutzsystem Digital Editions unterstützen. Namenhafte Hersteller wie Sony, iRiver oder Aluratek tun dies – die einzige Ausnahme bildet hier der Amazon Kindle (der im Grunde fest auf das .mobi Format versteift ist). Zusätzlich könnt ihr die Bücher auf euren Tablets, Android Smartphones, iPhones und iPads mittels entsprechender Google Apps lesen. Unterscheiden tun sich diese lediglich in der Tatsache, dass auf Android-Geräten die Bücher direkt aus der App heraus gekauft werden können, während auf Apple-Geräten die Bücher nur gelesen werden können und der Kauf über den Browser abgewickelt werden muss. Apropos Browser: Es besteht die Möglichkeit die Bücher wie bei Amazon im Browser zu lesen.
Nutzungsbedingungen (-)
Google schreibt dem Nutzer einige Einschränkungen vor, auf die im Folgenden kurz stichpunktartig eingegangen wird.
- Inhalte sind lediglich für private, nicht gewerbliche Zwecke nutzbar
- Erworbene eBooks können u.U. von Google gelöscht werden (wenn beispielsweise die Rechte an einem Titel nicht mehr existieren) – Google verspricht hierfür einen Ausgleich in Form einer Rückerstattung oder einen Einsatz
- Käufer haben das Recht den eBook-Kauf innerhalb von 7 Tagen rückgängig zu machen
Fazit:

Ob Google eine Chance auf dem deutschen eBook Markt hat, wird vorrangig davon abhängen, welche Verträge in Zukunft mit Verlagen geschlossen werden. Der Anbieter muss dringend die Auswahl aktueller Titel erweitern um gegen Amazon oder Apple bestehen zu können. Alle 3 Anbieter bieten derzeit identische Preise, speichern die Bücher in der Cloud und bieten eine Synchronisation (von Lesepositionen, Markierungen und Notizen) über mehrere Geräte an. Einziger Unterschied ist das angebotene Dateiformat (Apple & Google mit ePub und Amazon mit mobi) – folglich solltet ihr eure Kaufentscheidung von eurem eReader abhängig machen. Derzeit empfiehlt es sich dennoch eher bei Amazon oder Apple zu bleiben!
Vor- und Nachteile

