Etikettenschwindel auf Kosten der Lebensmittelqualität?

Alle Infos zum Deal
  • foodwatch e.V. als Verein für Lebensmittelqualität
  • Kampagne gegen Werbelügen: Abgespeist.de
  • Produkte renommierter Hersteller: Teurer = Besser?
Bewertung:
 
23.5.2012 von Robert

foodwatch e.V. informiert und entlarvt

Was uns die Vergangenheit lehrt

Ein jeder wird sich wohl noch an die großen, länderübergreifenden Lebensmittelskandale der letzten Jahre erinnern. Wagen wir mal einen kleinen Zeitsprung in das Jahr 2011. Im Mai letzten Jahres grassierte ein Darmbakterium in Deutschland, das für die Ansteckung hunderter von Menschen mit dem besser bekannten Ehec-Erreger sorgte.  Nachdem viele Infizierte im Krankenhaus landen, einige davon auf der Intensivstation, wird herausgefunden, dass der Erreger unter anderem auf Salatgurken sitzt.

Fast 15 Jahre früher, im Jahr 1997, berichteten Medien tagein tagaus über illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien. Ein Skandal und eine Panik vor der Rinderseuche BSE inmitten der Bevölkerung führt dazu, dass tausende Tiere im gleichen Jahr in Deutschland getötet werden. Deutsche verzichten zuhauf auf den Konsum von Rindfleisch – eine Erinnerung, die sich bei einigen bis heute gehalten hat. Als Auslöser wurde damals die Verfütterung von Tiermehl und -fett ausgemacht, die vier Jahre später das europaweite Verbot nach sich zog.

Jene beiden Beispiele verdeutlichen zweierlei: Einerseits sind Verbraucher durchaus daran interessiert, was in ihrem Essen steckt und sind im Zweifelsfall durchaus bereit mit einem Verzicht ihren Protest auszudrücken. Andererseits spielen die Medien eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht Skandale innerhalb der Lebensmittelindustrie öffentlich zu machen und die Bevölkerung zum Handeln zu bringen.

 

foodwatch e.V.

foodwatch e.V. setzt sich als gemeinnütziger Verein mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinander. Der im Jahre 2002 vom ehemaligen Greenpeace-Geschäftsführer gegründete Verein zählt mehr als 20.000 Förderer und initiiert u.a. auf der Internetseite www.abgespeist.de eine Kampagne gegen Werbelügen und Etikettenschwindel.

Verglichen mit den eingangs beschriebenen Großskandalen bewegt sich foodwatch eher im kleinen Maßstab, setzt jedoch beim gleichen Problem an: Die bewusste Täuschung des Verbrauchers durch Falschinformationen des Anbieters. Zwei Beispiele gefällig?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Netto

Das Versprechen: “30 % weniger Fett im Vergleich zu gemischtem Hackfleisch“ (seit 2010 unter der Eigenmarke „Viva Vital“ im Handel).

Das Problem: Das Netto-Produkt hat mehr Fett als frisch durch den Fleischwolf gedrehtes Hackfleisch von der Theke, da hier in der Regel höherwertiges, mageres Fleisch verwendet wird. Netto nimmt im Gegenzug billigeres, fettreiches Ausgangsmaterial, streckt es mit Wasser, Weizeneiweiß und Mehl und bewirbt diese Kreation schlussendlich als fettreduziert. Das Resultat beinhaltet dabei lediglich 30 % weniger Fleisch sowie Streckmittel. Die Belohnung? Ein Aufpreis und die Erkenntnis: Nie war schnittfestes Wasser so teuer.

 

Was sagt uns das?

Auffällig ist, dass besonders die hochpreisigen Produkte vom Werbeschummel betroffen sind. Die dahinter steckenden Firmen wie Danone, Ferrero oder Unilever investieren einen Großteil  des Geldes in ihr Marketing und geben die daraus entstehenden Kosten großzügig an den Endverbraucher weiter. Schöner wäre es die unnötigen Kosten in die Produktpflege und -verbesserung zu investieren und den Verbraucher in seinen Wünschen und Forderungen ernst zu nehmen. An dieser Stelle setzt foodwatch durch die Bekanntmachung und Verbreitung von Etikettenschwindel an und agiert als Vermittler und Sammelsurium von Kundenbeschwerden an die Hersteller.

 

Fazit

Ein Blick auf Abgespeist.de ist mehr als zu empfehlen. Die Website offenbart nicht nur ein paar hinterhältig falsche Werbeversprechen, sie gibt vielmehr dir – dem Verbraucher – eine Möglichkeit deinen Unmut kundzutun und eine potentielle Veränderung bei Lebensmittelherstellern herbeizuführen.

Hier über die dreisteste Werbelüge abstimmen!
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